Die Vollgeldinitiative


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Kommentare: 3
  • #1

    Markus Bischof (Donnerstag, 10 Dezember 2015 19:56)

    Was will die Vollgeldinitiative. Hier ein Überblick.


    DIE VOLLGELD-INITIATIVE:
    FÜNF FRAGEN, FÜNF ANTWORTEN

    1) Was bedeutet der Name Vollgeld?

    Vollgeld ist das Geld, das die Nationalbank in Umlauf bringt. Das sind heute nur Münzen und Banknoten. Diese gesetzlichen Zahlungsmittel machen aber lediglich 10 Prozent der umlaufenden Geldmenge aus. 90 Prozent sind elektronisches Geld (Buchgeld), das die Banken per Knopfdruck selber schaffen, um damit ihre Geschäfte (u.a. Kredite, Immobilien, Aktien) zu finanzieren. Die meisten Leute glauben, die Guthaben auf einem Bankkonto seien echte Franken. Ein Trugschluss! Ein Konto ist bloss eine Forderung des Kunden, bzw. ein Versprechen der Bank auf Geld, aber selbst kein gesetzliches Zahlungsmittel.



    2) Was will die Vollgeld-Initiative?

    Die heutige Realität entspricht nicht der Intention der Bundesverfassung (Art. 99: „Das Geld- und Währungswesen ist Sache des Bundes“). Die Vollgeld-Initiative will das korrigieren. Allein die Nationalbank soll elektronisches Geld erzeugen können. Dann dürfen Banken kein eigenes Geld mehr kreieren, sondern nur noch Geld verleihen, das sie von Sparern, anderen Banken oder, soweit nötig, der Nationalbank zur Verfügung gestellt bekommen. Hinter der Initiative steht der überparteiliche Verein Monetäre Modernisierung (MoMo) und ein wissenschaftlicher Beirat.



    3) Was sind die wesentlichen Vorteile des Vollgeldes?

    Das Vollgeld auf Zahlungskonten ist vollumfänglich sicher, da es Geld von der Nationalbank ist. Bankenpleiten können ihm nichts anhaben. Finanzblasen werden verhindert, weil die Banken kein eigenes Geld mehr schaffen können. Der Staat wird aus der Geiselhaft befreit, weil er Banken nicht mehr mit Steuermilliarden retten muss (too big to fail), um den Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten. Die Finanzbranche steht wieder im Dienst von Realwirtschaft und Gesellschaft. Das Geld- und Bankensystem ist kein Buch mit sieben Siegeln mehr, es wird wieder transparent und verständlich.



    4) Was geschieht beim Vollgeld mit den Banken?

    Die Banken bieten nach einer Umstellung auf Vollgeld weiterhin alle Finanzdienstleistungen an (u.a. Kreditvergabe, Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung). Es gibt nur noch Nationalbank-Geld auf unseren Zahlungsverkehrskonten. Das elektronische Geld ist damit genauso vollwertiges Geld wie heute Münzen und Banknoten. Die Banken können also nur noch mit Geld arbeiten, das ihnen von Sparern, anderen Banken oder, soweit nötig, von der Nationalbank zufliesst oder das sie selber besitzen. Banken haben keinen unfairen Vorteil gegenüber allen anderen Marktteilnehmern mehr, da sie Geld nicht mehr selber erzeugen können.



    5) Welche Auswirkungen hat das Vollgeld für Bankkunden?

    Auf allen Konten, die dem Zahlungsverkehr dienen, befindet sich ab dem Zeitpunkt der Umstellung Vollgeld, von der Nationalbank garantiertes elektronisches Geld. Die Bank muss diese Konten wie Wertschriften-Depots verwalten. Das Geld gehört den Kontobesitzern und geht nicht verloren, falls eine Bank Pleite geht, es wird aber nicht verzinst. Wer lieber Zins statt krisensicheres Geld möchte, kann der Bank nach wie vor sein Geld über ein Sparkonto oder andere Investitionen gegen Zins zur Verfügung stellen.

  • #2

    Georg Bender (Donnerstag, 10 Dezember 2015 21:04)







    Die Behauptung, dass mit dem Vollgeld die Geldschöpfung der Geschäftsbanken verunmöglicht würde, ist schlicht und einfach falsch!

    1. Mit den Geldkonten werden die Geldvermögenden vor Verlusten geschützt! Bei Zinsen nahe Null, werden die Bürger, ihre Einlagen (Bilanzwirksam, verzinsbar) in Geldkonten (unverzinst) umlagern! Damit entsteht ein hoher Seigniorage zu Gunsten des Staates (Basisgeldmengenerhöhung M0)!
    2. Die Zentralbanken übernehmen anteilig die Kreditrisiken (Haftung aus der Bilanzsumme aus Gläubigerwechsel)!
    3. Mit dem Interbankgeschäft (Schneeballsystem) bleibt die Geldschöpfung der Geschäftsbanken weiterhin möglich!
    4. Bei Liquiditätsmangel aus Umlagerung von Anlagegeldern in Geldkonti muss die Zentralbank aushelfen!
    5. Die geschöpfte Geldmenge ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, demnach nicht in Zirkulation! Diese Geldmenge wird im Schneeballeffekt Interbankgeschäft mit der Basisgeldmenge (Clearing- resp. Girokonto) in Umlauf gebracht!
    6. Der Aufbewahrungswert zusammen mit der Marktpreisbewertung, anstatt Nachhaltigkeit der Aktiven (Deckung der Schulden) führt zu (gewollten, wie 2008?) Krisen auf Knopfdruck! Die nächste Krise wird von der EZB und FED vorbereitet?

    Das bestehende System könnte einfach ergänzt (Verfassung) werden:

    1. Das Interbankgeschäft und Korrespondenzkonten werden reglementiert!
    2. Die Staatsschulden werden von der Zentralbank garantiert (tiefe Zinsen)!
    2. Bei Bankverlusten werden die Einlagen zu "Zusatz Eigenkapital" umgelagert! Bei Vorliegen von Zusatz EK dürfen keine Dividenden ausbezahlt werden! Das eigentliche Haftungsverhältnis (Verbriefung) ist aus jeder Bankbilanz ersichtlich! Keine Bank ist systemisch (Erfindung der Ökonomie)!

  • #3

    Georg Bender (Donnerstag, 14 Januar 2016 16:10)

    Wie kann ein System erodieren, wenn doch die Verbriefung im System angelegt ist? Diese Verrechnung (Haftung) ist aus jeder Bankbilanz ersichtlich! Dafür hat der Gesetzgeber die Eigenmittel verordnet, welche die Kausalität der Haftung reduziert darstellt! Völlig falsch! Der Staat könnte eine ord. Vorsorge garantieren (Fonds) und das Horten könnte mit einer "Nichtumlaufgebühr" zugunsten des Staats (Garantie - Fonds) belastet werden! Anstelle des Vollgeldes, einer Zwitterreform, würde ich für eine einzige Bank pro Land (Bank Schweiz) plädieren! Im Informatikzeitalter eine längst fällige Reform, welche Krisen per Knopfdruck, wie 2008 (Schneeball nicht mehr beschneit) sehr erschwert!
    Die Geschäftsbanken würden zu Investmentbanken umfunktioniert, welche kein Geld (Schulden) schöpfen dürfen! Der Landesbank wird auch dabei untersagt, den Investmentbanken oder ähnlichen Instituten, Kredite zu gewähren!
    Die Spielgestalter und die willigen Mitspieler bleiben unter sich und gefährden somit die Realwirtschaft nicht mehr!